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Vierzehn Räume

Ein Zuhause in Aquarellen und in der Wirklichkeit

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DAS BLUMENFENSTER. Aquarell, Carl Larsson, 1894.

In seinen Gemälden fängt Carl ein Gefühl von Harmonie und Wärme ein, wobei jeder Pinselschlag eine Geschichte über sein Leben, seine Familie und sein Zuhause erzählt. Seine Werke geben uns einen Einblick in eine Welt, in der das Einfache schön ist und in der jeder Augenblick es wert ist, bewahrt zu werden. Seine Kunst ist nicht nur ein Abbild des schwedischen Lebens, sondern eine Erinnerung daran, Schönheit in den kleinen Momenten zu finden – einer Tasse Kaffee, einem spielerischen Schneesturm, einem Frühstückstisch voller Familie.

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FOTO: Carl Larsson-gården.

Volles Leben im üppigen und grünen Garten von Lilla Hyttnäs – eine Momentaufnahme des Familienlebens in Sundborn.

Von zwei Zimmern zu vierzehn

Carls und Karins Zuhause in Sundborn wächst von zwei einfachen Zimmern zu einem Haus mit vierzehn Zimmern und zwei Ateliers heran. Jeder Raum trägt Spuren ihrer Hände und ihres Lebens. Hier wird eine Umgebung geschaffen, die sowohl Zufluchtsort für die Familie als auch ein lebendiges Kunstwerk ist. Die Räume sind ebenso sehr um die Kinder wie um deren Eltern herum gestaltet. Vielleicht ist dies der Grund, warum es nie zu einem Museum wird – es bleibt ein lebendiges Zuhause, in dem der Alltag über Generationen hinweg fortbesteht. Die Familie nutzt das Haus heute auf dieselbe Weise. Die Tradition lebt weiter.

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KARIN LIEST. Aquarell, Carl Larsson, 1904.

Am Esstisch sitzt Karin und liest, beleuchtet vom warmen Schein der Lampe. Als die Gemälde in verschiedenen Büchern veröffentlicht werden, verbreiten sich die neuen Wohnideale aus dem Künstlerhaus in Sundborn an ein breites internationales Publikum.

Jeder Raum ist seine eigene Welt

Jeder Raum in Lilla Hyttnäs hat seinen eigenen Stil. Die Räume sind kühn farblich gestaltet und wechseln zwischen Licht und Schatten mit starken Kontrasten – das Esszimmer mit seinen Farben in Grün und Rotorange trifft auf den hellen Salon in gustavianischen Pastelltönen.

Karin entwirft Möbel und kreiert Textilien mit sicherem Gespür. Ihre Textilien – Stickereien, Wandteppiche und Stoffe – vertiefen die Atmosphäre in jedem Raum. Einfache Möbel und klare Farben kontrastieren mit den schweren, dunklen bürgerlichen Idealen der Zeit. Blumen aus dem Garten in fantasievollen Arrangements füllen das Haus mit Leben und nehmen einen zentralen Platz in Carls Werk ein. Carl trägt mit Blumenranken, Sinnsprüchen und Glasmalereien bei.

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Offene Gastfreundschaft auf Lilla Hyttnäs

Offene Gastfreundschaft
auf Lilla Hyttnäs

Carls und Karins Haus steht allen offen – Freunde, Dorfbewohner, Handwerker, Schriftsteller, Prinzen und andere Gäste werden gleichermaßen herzlich im Heim willkommen geheißen. Karin serviert gutes Essen, das unter anderem mit Zutaten aus dem eigenen Garten zubereitet wird, und führt neue Geschmacksrichtungen ein, die sie in Frankreich kennengelernt hat.

Alle versammeln sich am selben Tisch. Im Sommer wird draußen im Garten gegessen, während der Winter zu gemütlichen Zusammenkünften im Esszimmer einlädt. Bei größeren Feierlichkeiten und Festen deckt die Familie im großen Atelier auf, das sich dann in einen Festsaal verwandelt.

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FOTO: Carl Larsson-gården.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Carl und Karin viele Gäste haben. Die Tochter Suzanne beschreibt: „⁠Gutes Essen, das konnte Mutter herbeizaubern. Das hatte sie in Frankreich gelernt. Diese Kunst wurde oft auf harte Proben gestellt, wenn Vater, dem Impuls seines guten Herzens folgend, ganz unverhofft viele Besucher zum Abendessen einlud.⁠“

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NÄHENDE MÄDCHEN. Aquarell, Carl Larsson, 1913.

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BRITA IM SALON, Aquarell, Carl Larsson, 1910.

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IN DER BERGMANNSHÜTTE. Aquarell, Carl Larsson, 1914.

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DIE KÜCHE. Aquarell, Carl Larsson, 1898.

Alle Räume des Hauses
erfüllen verschiedene Funktionen

Auf Lilla Hyttnäs hat jeder Raum seine spezifische Funktion. Karins Werkstatt ist dem textilen Schaffen gewidmet, Carls Atelier den monumentalen Gemälden. Das „Gammelrummet“ (das alte Zimmer) bietet den Gästen ein eigenes Erlebnis, das Lesezimmer bietet Raum für Weiterbildung, der Salon lädt zum Beisammensein bei einer Tasse Tee ein, das Esszimmer versammelt die Familie und die Bergmannshütte spendet Ruhe und Abgeschiedenheit. Zusammen bilden die Räume ein durchdachtes Zuhause, in dem Kreativität, Gemeinschaft und Alltag vereint werden.

Die Werkstatt und das Atelier
– zwei Arbeitsplätze von Künstlern

Die Werkstatt und das Atelier
– zwei Arbeitsplätze
von Künstlern

Die Werkstatt ist zunächst Carls Atelier, wird aber mit der Zeit zu Karins Arbeitsplatz. Die vielen Fenster lassen Licht auf Webstuhl und Nähmaschine fallen. Hier entstehen ihre Textilien: mutige Muster, kühne Farben, eine völlig neue Formsprache, die mit den Normen der Zeit bricht.

Im großen Atelier – einem der größten Skandinaviens zur Zeit seiner Erbauung – arbeitet Carl an seinen monumentalen Werken. Die Deckenhöhe schenkt Freiheit, das Licht fällt rein durch die hohen Fenster. An der Westwand hängt eine Eichenpaneele aus dem 17. Jahrhundert, an der Nordwand dominiert der Karton für das Fresko „Skolungdomens korum“. Hier liegt das Herz seiner künstlerischen Praxis.

DAS ATELIER, EINE HÄLFTE. / DAS ATELIER, DIE ANDERE HÄLFTE. Carl Larsson, Aquarell, 1894.

DAS ATELIER, EINE HÄLFTE. / DAS ATELIER, DIE ANDERE HÄLFTE.

Carl Larsson, Aquarell, 1894.

In „Eine Hälfte“ und „Die andere Hälfte“ zeigt Carl Larsson zwei Perspektiven derselben Realität: sein Zuhause und sein Atelier. Die Werke zeigen, wie die Grenze zwischen dem Arbeitsplatz des Künstlers und dem Heim der Familie verschwimmt. Das Zuhause ist nicht nur eine Privatsphäre, sondern auch eine Werkstatt für das Schaffen.

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FOTO: Carl Larsson-gården.

Die Mahlzeit ist ein wichtiger Moment für die Familie Larsson. Oft versammelt sich die ganze Familie, Kinder und Erwachsene, am selben Tisch, und nicht selten werden Gäste spontan zum Essen eingeladen. Karin ist eine geschickte Köchin – eine Kunst, die sie in Frankreich gelernt hat. Alle sind willkommen, sowohl Freunde als auch manchmal unbekannte Touristen. Noch heute isst die Familie im Esszimmer von Lilla Hyttnäs zu Abend.

Das Esszimmer, der Salon und
das Atelier – Räume für Fest
und Gemeinschaft

Das Esszimmer, der Salon und das Atelier
– Räume für Fest und Gemeinschaft

Das Esszimmer ist einer der am häufigsten gemalten Räume Schwedens. An Karins Textiltischdecken versammeln sich die Gäste um den Esstisch. Die Farbwahl provoziert: Rot, Grün, Gelb – keine gedämpften Töne, keine Kompromisse.

An Feiertagen wird das große Atelier zum Festsaal. Lange Tafeln werden gedeckt, Kerzen angezündet, und der Raum, der normalerweise von Carls Pinselschlägen widerhallt, füllt sich mit Lachen, Reden und Gesang. Im Hause Larsson konnten die Tischgäste ebenso Künstlerkollegen, Prinzen und Nobelpreisträger wie Freunde aus dem Dorf und Handwerker sein.

Im Salon – sonnenhell in Blau und Weiß – blühen die Geranien in den Fenstern. Der Ausblick glitzert zum Fluss hin. Hier werden einfachere Mahlzeiten unter von Carl gemalten Deckendetails eingenommen, umgeben von Karins zurückhaltender Eleganz.

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HEILIGABEND. Aquarell, Carl Larsson, 1904–1905.

Das Haus ist voll und die drei Dienstmädchen Anna, Tilda und Martina servieren, während Karin „Bitteschön!“ sagt und Suzanne und Lisbeth das Brot herumreichen. Carl beschreibt die Szene als eine „⁠Landwirtschaftsausstellung⁠“ von Speisen – selbstgemachte Butter, geräuchertes Schaffleisch, Fleischbällchen und der heilige Weihnachtsschinken.

Gästezimmer und Geselligkeit
– soziale Begegnungen im Heim

Das „Gammelrummet“ wird zum Gästezimmer, gefüllt mit Gegenständen, die Carl über die Jahre sammelt. Auf den Türen schreiben die Gäste ihre Namen nieder – unter anderem finden wir dort Prinz Eugen, Selma Lagerlöf und Anders Zorn. Hier stehen die blauen Stühle mit von Karin gewebten Kissen. Das Muster ist wunderschön, und mit einem Augenzwinkern hat Karin sieben Tiere im Muster versteckt. Schauen Sie genau hin, der Hase und der Frosch sind leicht zu entdecken.

Doch das Heim öffnet sich nicht nur für Berühmtheiten. Nachbarn, Handwerker und Freunde bewegen sich durch die Räume. Der Dorfschreiner Arnbom bringt neue Stühle, die Kameraden der Kinder bringen Spiele und Lachen mit. Das Haus lebt von der Gemeinschaft, die entsteht, wenn Kunst und Alltag grenzenlos aufeinandertreffen.

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MORGENSTÄNDCHEN FÜR PRINZ EUGEN AUF LILLA HYTTNÄS. Aquarell, Carl Larsson, 1902.

Die Töchter Suzanne und Lisbeth tragen ein humorvolles Gedicht für Prinz Eugen vor. Das Gedicht gratuliert dem Prinzen und ist eine charmante Hommage der Familie Larsson an den kunstliebenden Prinzen. Das Gästezimmer auf Lilla Hyttnäs hat über die Jahre viele berühmte Gäste empfangen, die alle ihre Namen auf den Bettpfosten hinterlassen haben.

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KERSTI IM LESEZIMMER. Aquarell, Carl Larsson, 1909.

Im Lesezimmer der Familie herrscht stille Konzentration. Kersti sitzt in ihr Buch vertieft, umgeben von Regalen voller Bände – Wissen, Geschichten und Inspiration. Die Bücher haben einen festen Platz im Haus.

Das Lesezimmer und Karins Schreibplatz

Das Lesezimmer und
Karins Schreibplatz

Das Lesezimmer ist klein, fühlt sich aber groß an. Alle Wände sind mit Büchern und Kunst bedeckt. Carl nennt es ein Heiligtum – einen Ort der Vertiefung und Kontemplation. In seinem Schlafzimmer setzen sich die Bücherregale entlang der Wände bis hoch unter die Decke fort, als ob die Literatur mehr Platz bräuchte, als ein einziger Raum bieten kann.

Im Obergeschoss hat Karin ihren Schreibplatz. Hier steht ihre berühmte Blumentreppe – eine Konstruktion, bei der Pflanzen in Stufen zum Fenster hin gezüchtet werden. Hier schreibt sie Briefe an ihre Mutter und später an ihre Kinder.

Räume für Ruhe und Erholung

Räume für Ruhe
und Erholung

Carls Bett steht mitten im Raum, umgeben von hellen Vorhängen mit Karins Stickereien. Daneben liegt das Schlafzimmer von Karin und den Kindern, das mit Carls Zimmer durch eine Öffnung verbunden ist, die vom Vorhang „Die Rose der Liebe“ verdeckt wird. Unter ihrem Bett gibt es cleveren Stauraum mit Schubladen, während die kleinen Betten der Kinder in einem mutigen Grün gestrichen sind.

Über dem Atelier auf dem Dachboden wird der „Duvslaget“ (der Taubenschlag) eingerichtet, um mehr Schlafplätze zu schaffen, wenn die Familie wächst und die Gäste zahlreich werden. Er wird noch heute genutzt, wenn die Familie zusammenkommt.

Im Zimmer der ältesten Tochter Suzanne windet sich eine Blumenborte, die sie selbst direkt auf die Wand gemalt hat. Dieser Anbau wurde 1901 errichtet, als die Familie sich dauerhaft auf Lilla Hyttnäs niederließ. Wenn Carl Arbeitsruhe benötigt, begibt er sich in die Bergmannshütte, die an das große Atelier anschließt. Hier ruht er sich aus und arbeitet ungestört – ein Zufluchtsort inmitten des Pulsschlags des Hauses.

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SUZANNE UND EIN ANDERER. Aquarell, Carl Larsson, 1901.

Suzanne und der Maler Carl Oscar Persson, einer der Handwerker in Sundborn, arbeiten gemeinsam an der Fertigstellung von Suzannes Zimmer.

KUCKUCK. Aquarell, Carl Larsson, 1901.

KUCKUCK. Aquarell, Carl Larsson, 1901.

Carl Larssons „Kuckuck“ (Titt-ut) ist eines seiner beliebtesten Aquarelle – gemalt kurz nach dem endgültigen Umzug der Familie von Stockholm nach Sundborn. Das Werk zeigt die Tochter Kersti spielerisch im Familienatelier auf Lilla Hyttnäs, wo kindliche Freude, der eigenwillige Einrichtungsstil des Ehepaars Larsson und die charakteristische Aquarelltechnik des Künstlers in einem Motiv zusammentreffen, das Herzen weltweit gewonnen hat.

Die Welt der Kinder für Spiel und Alltag

Die Welt der Kinder für
Spiel und Alltag

Die Kinder bewegen sich frei durch die Räume – vom Atelier zum Garten, vom Schlafzimmer zur Werkstatt. Sie wachsen mitten im künstlerischen Schaffen auf, umgeben von Pinseln und Farben. Ihre Anwesenheit ist überall sichtbar: in Porträts auf Türen, in kleinen roten Stühlen, in Details, die nur der Blick eines Kindes einfängt. Die Kinder sitzen auch bei den Abendessen mit am Tisch, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war, da Kinder normalerweise separat aßen.