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Der Weg der Kunst durch das Leben

Carl Larssons klassische Werke

Carl Larssons
klassische Werke

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Eiffelturm-im-Bau-Oel-Carl-Larsson-1888

DER EIFFELTURM IM BAU. Öl, Carl Larsson, 1888.

In seinen Gemälden fängt Carl Larsson ein Gefühl von Harmonie und Wärme ein, wobei jeder Pinselstrich eine Geschichte über sein Leben, seine Familie und sein Zuhause erzählt. Seine Werke gewähren uns Einblick in eine Welt, in der das Einfache schön ist und jeder Augenblick es wert ist, bewahrt zu werden, in der Familienleben, Natur und häusliche Gemütlichkeit im Mittelpunkt stehen. Seine Kunst ist nicht nur eine Darstellung des schwedischen Lebens, sondern eine Erinnerung daran, Schönheit in den kleinen Momenten zu finden – eine Tasse Kaffee, ein verspielter Schneesturm, ein Frühstückstisch voller Familie.

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FRÜHSTÜCK UNTER DER BIRKE. Aquarell, Carl Larsson, 1896.

Die Familie Larsson ist am Holztisch unter der Birke im Garten versammelt. Carl verlässt gerade seinen Platz am Tischende und sein Stuhl steht leer. Die Kinder tragen von Karin entworfene Kleidung, und am Birkenstamm ist ein eingeritztes Herz mit den Initialen CK 1874 zu sehen. Eine liebevolle Schilderung des Alltagslebens, die zu einem von Carl Larssons beliebtesten Werken wird.

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ZUGKOLLISION LAGERLUNDA. Illustration, Carl Larsson, 1875.

In seinen frühen Jahren verdient Carl seinen Lebensunterhalt durch Illustrationsaufträge für Zeitschriften und Tageszeitungen. Seine Fähigkeit, Dramatik und Details in seinen Zeichnungen einzufangen, zeigt die technische Grundlage, die später sein künstlerisches Schaffen prägt. Hier werden zwei Nachtzüge dargestellt, die in Lagerlunda frontal zusammengestoßen sind – ein Zug von Stockholm nach Malmö und ein Zug in entgegengesetzter Richtung.

Principskolan und
Kunstakademie 1866–1876

Principskolan und
Kunstakademie
1866–1876

Carl Larsson wird 1853 in der Altstadt von Stockholm geboren und zeigt früh künstlerische Anlagen. Bereits als junger Schüler an der Principskolan und später an der Kunstakademie (1871–1876) entwickelt er seine Genauigkeit im Zeichnen und sein Gespür für Details. Das prägt sein gesamtes künstlerisches Schaffen. In diesen Jahren beginnt er auch, Zeitungen und Bücher zu illustrieren. Seine ersten Aufträge sind für Kasper und Ny illustrerad tidning. Dort schildert er unter anderem dramatische Nachrichtenereignisse mit großer Präzision und Gespür für das Erzählerische.

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IM KÜCHENGARTEN. Aquarell, Carl Larsson, 1883.

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DER WEIN. Aquarell, Carl Larsson, 1884.

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DER WEIN. Aquarell, Carl Larsson, 1884.

Frankreich – Paris
und Grez-sur-Loing 1877–1885

Frankreich – Paris und
Grez-sur-Loing 1877–1885

Carl Larsson reist 1877–78 zum ersten Mal ins Ausland und lässt sich zeitweise in Paris nieder. Dort entdeckt er neue Strömungen im europäischen Kunstleben und malt kleinere Ölgemälde mit Fokus auf Licht und Komposition. Im Sommer 1882 zieht er in die skandinavische Künstlerkolonie in Grez-sur-Loing. Dort findet er sowohl seine Lebensgefährtin Karin Bergöö als auch seinen künstlerischen Ausdruck.

In Grez blüht seine Aquarellmalerei auf. Werke wie „Im Gemüsegarten“ (1883), „⁠Der alte Mann und die Neuanpflanzung“ (1883) und „Der Wein⁠“ (1884) fangen das ländliche Leben in Frankreich mit Licht, Wärme und Präsenz ein. Hier entwickelt Carl einen Stil, der von einer leichten Pinselführung, hellen Farben und alltagsnahen Motiven geprägt ist. Dieser wird zu einer wichtigen Grundlage für seine spätere Arbeit.

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ELEGANT WIE EINE KRÄHE, CARL SKÅNBERG. Öl, Carl Larsson, 1878.

ELEGANT WIE EINE KRÄHE, CARL SKÅNBERG.
Öl, Carl Larsson 1878.

Porträt des Freilichtmalers Carl Skånberg, das Carl Larsson in Öl während einer Zeit intensiven Umgangs unter den Schweden in Paris malt. Sie stehen damals vor zwei wichtigen Gelegenheiten, sich zu präsentieren – der großen Weltausstellung und dem üblichen Salon. Das Porträt wird zum Salon zugelassen und findet Anerkennung unter Larssons Künstlerkollegen – im Gegensatz zu mehreren seiner anderen Arbeiten aus dieser Zeit, die als zu akademisch und daher als unzeitgemäß empfunden werden.

Die Porträts – Freunde und
Kulturpersönlichkeiten 1880–1905

Die Porträts – Freunde und
Kulturpersönlichkeiten
1880–1905

Parallel zu seinen Aquarellen malt Carl Larsson Porträts von Freunden und bedeutenden Kulturpersönlichkeiten – darunter Selma Lagerlöf, Anders Zorn, Prinz Eugen und August Strindberg. Die Porträts zeigen seine Fähigkeit, sowohl Charakter als auch Seele einzufangen. Sie werden zu einer wichtigen Einkommensquelle, die ihm die Freiheit gibt, seine Aquarellmalerei weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig ist diese Periode von starken Gegensätzen geprägt: Larsson und Strindberg gehen von enger Freundschaft zu bitterem Konflikt über, während Lagerlöf zu einer von Larssons treuesten Verbündeten wird. Zusammen spiegeln diese Werke die persönlichen Dramen wider, die das schwedische Kulturleben der Jahrhundertwende formten.

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AUGUST STRINDBERG. Aquarell, Carl Larsson, 1899.

Das Porträt von Strindberg entsteht, während Larsson und der Schriftsteller noch eng befreundet sind. Strindberg betrachtet sein Porträt als ein Meisterwerk. Kurz darauf bricht ihre Beziehung abrupt ab, nachdem Strindberg Karin in dem Buch „Ein neues blaues Buch“ angreift und Larsson als „⁠die personifizierte Falschheit⁠“ bezeichnet.

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SELMA LAGERLÖF. Aquarell, Carl Larsson, 1902.

Das Porträt wird 1914 auf dem Titelblatt von Idun veröffentlicht, als Lagerlöf als erste Frau in die Schwedische Akademie gewählt wird. Während des Konflikts mit Strindberg wird Lagerlöf zu einer deutlich unterstützenden Kraft für Larsson. Das Porträt, ausgeführt in schwarzer Kreide mit sparsamer Farbgebung, drückt ihren gegenseitigen Respekt aus.

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IDEENSKIZZE DER FREILUFTMALER. Carl Larsson, 1886.

In einem illustrierten Brief an den Kunstsammler Pontus Fürstenberg kombiniert Carl Larsson Text und Bild, um das Gemälde „Der Freilichtmaler“ zu gestalten. „⁠Damit Herr und Frau Fürstenberg eine Vorstellung von der Sache bekommen, folgt hier oben eine Skizze des Bildes. Das Bild ist mit Buchstaben und kurzen Erklärungen versehen, wie zum Beispiel B: Ein neugieriger Junge mit Schlitten, C: ein Zimmermann, der wissbegierig ist.⁠“

Pontus Fürstenberg
– der Mäzen und die Unterstützung 1885–1905

Der Mäzen
Pontus Fürstenberg
1885–1905

Der Kunstsammler, Mäzen und Freund Pontus Fürstenberg in Göteborg spielt eine entscheidende Rolle in Carl Larssons Künstlerleben. Fürstenbergs Unterstützung gibt Carl sowohl wirtschaftliche Stabilität als auch künstlerische Freiheit – Voraussetzungen, die seine bekanntesten Werke ermöglichen. Viele der Aquarelle, die den Sundborn-Stil definieren, entstehen dank Fürstenbergs Ermutigung und Kontakten zur Außenwelt.

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DER FREILUFTMALER. Öl, Carl Larsson, 1886.

Im Herbst 1885 malt Carl Larsson seine große Winterszene Der Freiluftmaler auf Södermalm in Stockholm. Carl experimentiert mit Freilichtmalerei, Licht, Atmosphäre und alltäglichen Momenten – etwas, das später charakteristisch für seine Aquarelle aus Sundborn wird. Das Gemälde wird 1886 im Pariser Salon gezeigt und für seinen realistischen und nordischen Ausdruck beachtet.

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MOTIV AUS MARSTRAND. Aquarell, Carl Larsson, 1893.

Den Sommer 1893 verbringt die Familie auf Marstrand. Hier gibt es viele Motive, die Carl Larsson ansprechen – die Schärenlandschaft von Bohuslän und das Familienleben im Sommerlicht. Es ist eine kreative Periode, in der die Alltagsszenen mit den Kindern seine künstlerische Ausrichtung auf die Darstellung des Familienlebens festigen, etwas, das später sein Markenzeichen wird.

Stockholm, Göteborg
und Sundborn 1885–1919

Stockholm, Göteborg und Sundborn 1885–1919

Nach seiner Rückkehr nach Schweden lebt Carl abwechselnd in Stockholm, Göteborg und Varberg, bevor er und Karin sich 1901 dauerhaft auf Lilla Hyttnäs in Sundborn niederlassen. Das Heim und das Leben dort werden zum Kern seiner Kunst. Er malt helle, alltägliche Motive mit der Familie, Hunden, Dienstboten und dem Haus selbst. Die Werke in den Sundborn-Aquarellen, wie „Die Meinen“ (1895) und „Ein Heim“ (1899), zeigen eine echte Wärme, Humor und Zärtlichkeit. Diese machen seine Kunst sowohl in Schweden als auch im Ausland beliebt.

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Carl-Larsson-Skizzen-Fresken-Nationalmuseum-Stockholm_02

SKIZZEN FÜR DIE FRESKEN. Öl, Carl Larsson, 1896.

Die Ölgemälde zeigen Carl Larssons frühe Vorschläge für die Fresken in der Treppenhalle des Nationalmuseums. Nachdem das Wandmalerei-Komitee den Wettbewerb ausschreibt und neu gestaltet und eine lange Debatte folgt, entwickelt Larsson seine Ideen weiter. Im zweiten Vorschlag oben rechts für die Nordwand werden die Motive umgestaltet: Die Szene mit Lovisa Ulrika und Carl Gustaf Tessin wird geändert, und Sergel arbeitet nun an Amor und Psyche anstelle der Statue von Gustav III. Die Skizzen werden zu einem wichtigen Schritt hin zu dem Vorschlag, der Larsson schließlich den Auftrag einbringt.

Monumentalmalerei
und Fresken 1880–1915

Carl Larsson ist auch ein Meister der Monumentalmalerei. Seine Wandgemälde und Fresken schmücken öffentliche Gebäude wie das Norra Latin in Stockholm (1901), das Latinläroverket in Göteborg (1903) und das Dramatische Theater in Stockholm (1906–07). Zu Beginn seiner Karriere schafft er das beeindruckende Triptychon „⁠Renaissance, Rokoko, Zeitgenössische Kunst⁠“ für den Fürstenberg-Palast in Göteborg (1888–89). Ein Werk, das seine Fähigkeit zeigt, Allegorie mit einem starken Linienrhythmus zu verbinden.

Zurück in Schweden widmet sich Carl einer anderen Art der Monumentalmalerei, um dem gesamten Volk Zugang zu Kunst und Geschichte zu ermöglichen. Im Nationalmuseum in Stockholm kann man die sechs Fresken sehen, die zusammen die Geschichte der schwedischen Kunst von Ehrenstrahl bis Sergel erzählen. Es ist ein zusammenhängendes Thema mit starkem Linienrhythmus und deutlich markierten Konturen. Dort befinden sich auch „⁠Gustav Vasas Einzug in Stockholm⁠“ (1908) und das dramatische „Mittwinteropfer“ (1915). Sie zeigen seinen kraftvollen Stil, allegorische Themen und seine Faszination für Geschichte, Mythologie und schwedische Traditionen.

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Carl-Larsson-Singoalla-Viktor-Rydberg-1894_03
Carl-Larsson-Singoalla-Viktor-Rydberg-1894_02

SINGOALLA. Illustration, Carl Larsson, 1894.

Carl Larsson schafft dramatische Illustrationen zu Viktor Rydbergs Roman „Singoalla“ (1894). Die Geschichte spielt im Mittelalter und schildert die verbotene Liebe zwischen dem Rittersohn Erland Månesköld und der rätselhaften Singoalla. Larssons Bilder fangen die dunkle Romantik des Romans, die schicksalhaften Stimmungen und die zentralen Themen von Schuld, Liebe und Versöhnung ein.

Larsson als Illustrator 1875–1895

Larsson als Illustrator
1875–1895

Carl Larsson ist ein produktiver Illustrator, der für Zeitungen wie „Ny Illustrerad Tidning“ arbeitet und Klassiker wie Topelius’ „⁠Erzählungen des Feldschers“ (1880–1884) und „Andersens Märchen⁠“ (1876–1877) illustriert. Er fertigt auch Illustrationen zu Viktor Rydbergs „Singoalla“ (1894) an. Carl Larssons Stil zeichnet sich durch einen erzählenden Ausdruck aus, der oft humorvoll und detailreich ist. Dies beeinflusst seine gesamte künstlerische Entwicklung.

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DER HOF UND DAS BRAUHAUS. Aquarell, Carl Larsson, 1897.

Das Gemälde ist eine von Carl Larssons wenigen Winterdarstellungen, in der reifbedeckte Bäume die roten Holzhäuser umgeben. Das Werk ist Teil des Buches „Ein Heim“, durch dessen Bilder Carl weltweit geliebt wird. Die Gemälde wurden für die Reproduktion mit klaren Linien und nur vier Farben angefertigt.

Die helle Aquarellmalerei
– das Leben in Sundborn 1890–1915

Was heute am meisten mit Carl Larsson in Verbindung gebracht wird, sind seine hellen Aquarelle aus Sundborn. Als das Buch „Ein Heim“ 1899 erscheint, wird es zu einem Durchbruch. Die vierundzwanzig Aquarelle von Lilla Hyttnäs, mit Motiven wie „⁠Frühstück unter der großen Birke“, „Die Küche“, „Der Hof und das Waschhaus“ und „Wenn die Kinder zu Bett gegangen sind⁠“⁠, zeigen nicht nur Carls Gespür für Licht und Alltag, sondern auch Karins kreative Lösungen im Haushalt. Ihre Textilien, Blumenarrangements und die Möblierung schaffen eine einzigartige Umgebung, die Carls Gemälden ihren besonderen Charme verleiht. Das Buch macht ihn in Schweden zum Volksliebling und präsentiert gleichzeitig eine neue Sicht auf das Heim als künstlerisches und soziales Zentrum.