STEINBRÜCKE IN GRÈZ. Öl, Julia Beck, 1885.
Carl und Karin begegnen sich im Sommer 1877 in der skandinavischen Künstlerkolonie im französischen Dorf Grez-sur-Loing südlich von Paris. Die Begegnung verändert ihr Leben und Carls künstlerische Laufbahn für immer. Carl ist ein junger und ehrgeiziger Künstler. Er reist nach Grez, um zu arbeiten und unter anderen Künstlern Inspiration zu finden. Karin ist eine künstlerisch begabte junge Frau aus einer wohlhabenden schwedischen Familie. Sie befindet sich in Grez, um sich als Künstlerin weiterzuentwickeln. Ihre Familie hat ihr die Möglichkeit gegeben, ihrer Leidenschaft zu folgen.



KÜNSTLERFRÜHSTÜCK IN GREZ.
Pastell, Peder Severin Krøyer, 1884.
KÜNSTLERFRÜHSTÜCK IN GREZ. Pastell, Peder Severin Krøyer, 1884.
Peder Severin Krøyers Pastellgemälde zeigt eine Gruppe von Künstlern, die sich um einen Frühstückstisch in der Künstlerkolonie Grez-sur-Loing versammelt haben. Carl Larsson sitzt rechts im Bild, während Karin Bergöö mit dem Rücken zum Betrachter zu sehen ist.
Das kleine französische Dorf brodelt vor Künstlerleben. Schwedische, britische und amerikanische Maler arbeiten Seite an Seite. Sie suchen das Licht, die Natur und das einfache Leben auf dem Land. Für sie wird Grez zu einem Zufluchtsort vor den Ateliers der Stadt.
Die Künstler wohnen einfach im Gasthaus Hôtel Chevillon. Die Zimmer sind klein und die Wände dünn, aber die Stimmung ist lebhaft. Sie malen im Freien, unterhalten sich und teilen Ideen. Hier entstehen Freundschaften und künstlerische Visionen. Die Wände des Speisesaals sind mit Skizzen und Gemälden geschmückt. Die Abende sind erfüllt von Diskussionen über Kunst und die Zukunft.
SOMMER IN GREZ. Öl, Carl Larsson, 1882.
In Grez malt Carl Larsson seine ersten Aquarelle. Die Begegnung mit Karin in Grez bedeutet viel für sein Leben und seine künstlerische Entwicklung. Karin, selbst Künstlerin, wird zu seiner Inspirationsquelle und kreativen Partnerin. „Sommer in Grez“ ist eines der letzten Ölgemälde, die er in Grez malte.
KARIN AM UFER DER LOING. Aquarell, Carl Larsson, 1883.
„Karin am Ufer des Loing“, ein Aquarell, gemalt von einem verliebten Carl. Er fängt einen stillen Moment während ihrer Zeit in Grez-sur-Loing ein.
Sommer 1883 in Gréz-sur-Loing. Carl Larsson berichtet vom Leben unter Künstlerfreunden, vom Baden, von Festlichkeiten und Künstlerträumen. Der Brief ist an den Künstlerkollegen Ernst Josephson geschrieben – aus der Zeit kurz bevor Carl seine zukünftige Ehefrau Karin kennenlernt.
Hier in Grez entsteht eine starke Liebe. Gleichzeitig verbinden sie sich mit Vertrauen und Verständnis auf künstlerischer Ebene. Als Carl Karin seine Liebe erklärt, antwortet sie, dass er zunächst ihre Eltern fragen solle. In einem Brief vom 12. September 1882 schreibt Carl:
„Herr und Frau Bergöö. Ich mache es kurz: Ich liebe Ihre Tochter! Einige Superlative, um den Grad meiner Liebe auszudrücken, sind ja unnötig, wenn ich sage, dass ich sie liebe, wie ein ehrlicher Mann ein ehrbares Mädchen lieben soll.“
Sie heiraten 1883 in der Adolf-Fredriks-Kirche in Stockholm. Nach dem Hochzeitsmittagessen im Hasselbacken kehren sie sofort nach Grez zurück und das frisch vermählte Paar wird im Dorf mit großen Festlichkeiten empfangen. Die Zeit in Grez ist eine Periode kreativer Blüte für beide und ihre Liebe wächst.
Im August 1884 wird ihr erstes Kind Suzanne geboren. Carl schreibt an August Strindberg in einem Brief.
„Niemals habe ich meine Frau so geliebt wie jetzt: sie ist für mich etwas Heiliges und Bemerkenswertes. Und das Kind ist herrlich, siehst Du! Es hat bereits einen Charakter.
Als sie im Mai 1885 nach Schweden zurückkehren, setzt sich ihr gemeinsames Leben fort. Ihr Zuhause, ihr gemeinsames Leben und ihre künstlerische Partnerschaft werden zu einem der bekanntesten und beliebtesten in der schwedischen Kulturgeschichte.
DIE BRAUT. Aquarell, Carl Larsson, 1883.
Karin in ihrem Brautkleid im Garten in Grez-sur-Loing. Carl beschreibt ihre Begegnung: „Dann geschieht das Große. Dann kam die allerwichtigste Wendung, nun kam Karin!“
MÈRE MOROT. Aquarell, Karin Bergöö 1882.
OKTOBER. Aquarell, Carl Larsson, 1882.
Im Jahr 1882 malen Carl und Karin Larsson jeweils ein Aquarell mit dem Motiv „Mère Morot“ in Grez-sur-Loing, Frankreich. Das Motiv zeigt eine Frau mit einem Korb zwischen Kürbissen in einem üppigen Garten. Karins Version zeichnet sich durch helle Farben und weiche Pinselstriche aus. Carls Version wird 1883 im Pariser Salon mit einer Medaille ausgezeichnet. Der französische Staat kauft das Gemälde.
Neben „Mère Morot“ malt Carl in derselben Zeit auch das Aquarell „Oktober“. Ein Werk, das wie „Mère Morot“ das Licht und die Farben des Herbstes mit großer Sensibilität und Detailreichtum einfängt.
KIRSCHBLÜTE. Aquarell, Karin Larsson, 1884.
Karin malt „Kirschblüte“ mit einem blühenden Kirschzweig direkt auf dem Rahmen. Das Gemälde wird zu einer bedeutungsvollen Erinnerung an Grez-sur-Loing, den Ort, den Karin als die glücklichste Zeit ihres Lebens beschreibt. In Grez sagt Carl zum ersten Mal, dass er sie liebt. Carl malt dasselbe Motiv 1884 in einem Aquarell.
Das Hôtel Chevillon in Grez-sur-Loing wird zu einem zweiten Zuhause für Carl Larsson. Hier treffen sich nordische Künstler wie Karl Nordström, Nils Kreuger, Georg Pauli, Emma Löwstedt, Julia Beck und Karin Bergöö. August Strindberg beschreibt das Pensionsleben als äußerst einfach und unkonventionell.
Nach der Hochzeit mieten Carl und Karin den Sommerpavillon im Garten von Chevillon. Grez markiert einen Wendepunkt in Larssons künstlerischem Schaffen. Seine Malerei wird frischer und luftiger, und er bleibt den besonderen Ausdrucksmitteln des Aquarells treu. Heute wird sein Andenken mit der „Rue Carl Larsson“ geehrt. Der Carl Larsson-Hof vergibt jährlich ein Stipendium an schwedische Künstler für einen Aufenthalt in Grez-sur-Loing.