WIKINGERZUG IN DALARNA. Aquarell, Carl Larsson, 1890.
Stora Hyttnäs ist der nächste Nachbar von Lilla Hyttnäs, dem Heim von Carl und Karin Larsson. Der alte Bergsmannshof liegt auf der anderen Seite des Flusses in Sundborn. Hier treffen zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen faszinierende Umgebungen aufeinander. Der Hof hat Ursprünge im 16. Jahrhundert und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem eleganten großbürgerlichen Heim mit einem Ziergarten im deutschen Stil. Heute ist Stora Hyttnäs mit seiner erhaltenen Inneneinrichtung und seinem charmanten Garten für Besucher geöffnet. Eine perfekte Ergänzung zu Ihrem Besuch auf dem Carl Larsson-Hof.
Sundborns ältester Bergsmannshof Stora Hyttnäs ist einer der ältesten Bergsmannshöfe in Sundborn mit Ursprüngen im 16. Jahrhundert. Ein Bergsmannshof ist ein Anwesen, auf dem Bergmänner (Bergsmän) lebten – Personen, die besondere Rechte und Pflichten im Bergbau- und Hüttenwesen besaßen, oft verbunden mit dem Kupferabbau in der Grube von Falun und den Hütten entlang des Ufers des Sundbornsån. Der Hof ist Teil der industriehistorischen Landschaft, die das Weltkulturerbe Falun bildet.
Das Hauptgebäude erhielt sein heutiges Aussehen im 19. Jahrhundert und repräsentiert ein Heim aus dem Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, mit einer Einrichtung und Umgebung, die intakt erhalten geblieben sind. Das Interieur spiegelt einen großbürgerlichen Stil wider, jedoch mit Wurzeln in der historischen Funktion des Bergsmannshofes – was das Heim sowohl authentisch als auch beeindruckend erlebbar macht.
Im Laufe der Jahrhunderte war der Hof die Heimat mehrerer bekannter Bergmänner, darunter Johan Ersson im 17. Jahrhundert, der Beisitzer im Bergbaugericht und Abgeordneter (Herredagsman) für das Kupferbergrevier war. Seine Familie und Nachfolger trugen zur Kirchengemeinde von Sundborn und zur Lokalgeschichte bei.
Heute ist Stora Hyttnäs ein Baudenkmal und ein einladender Treffpunkt für Dorfbewohner und Besucher, mit geführten Besichtigungen, kulturellen Veranstaltungen und Aktivitäten wie den Hyttnäs-Tagen, Ausstellungen und thematischen Erlebnissen, die einen Einblick in die Geschichte des Hofes und der Region geben.
Die Familie Linderdahl ließ sich 1881 auf Stora Hyttnäs nieder. Henrika und Pontus Linderdahl bauten den Hof zu einem großbürgerlichen Heim mit einem Ziergarten im deutschen Stil um und schufen eine Umgebung, die von Pracht und geschmackvoller Einrichtung geprägt war. Als Nachbarn und Freunde von Carl und Karin Larsson auf Lilla Hyttnäs wurde Stora Hyttnäs Teil des lebendigen Künstler- und Bergsmannsmilieus der Region Sundborn.
Stora Hyttnäs ist während der Sommersaison für Besucher geöffnet und bietet geführte Touren durch das erhaltene Heim an, in dem Originalmöbel, die Textilkammer, Bücher, Noten, eine Zinnsammlung und andere Kunstwerke aus der Zeit um die Jahrhundertwende 1800–1900 im Originalzustand erhalten sind.
Während des Sommerhalbjahres gibt es zudem ein beliebtes Gartencafé, in dem Besucher sowohl im Innenbereich als auch im Garten Kaffee trinken können. Das Café wird ehrenamtlich von verschiedenen Gruppen aus dem Dorf betrieben, und alle Einnahmen fließen direkt in den Betrieb und den Unterhalt des Hofes.
Um die Öffnungszeiten einzusehen, eine Führung zu buchen und aktuelle Informationen über Veranstaltungen und das Café zu erhalten, besuchen Sie bitte die Website von Stora Hyttnäs.
Der Garten wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Henrika Linderdahl angelegt und ist ein Ziergarten nach deutschem Vorbild, was an den geschwungenen Kieswegen deutlich erkennbar ist. Der Sohn Bengt Linderdahl, ein ausgebildeter Botaniker, arbeitete unter anderem an den Gärten von Skansen und züchtete neue Pflanzenvarianten, darunter der sterile Riesen-Bärenklau, der in der Mitte steht.
Im Frühling blühen Märzenbecher sowie roter und weißer Seidelbast. Hier befindet sich auch einer der ältesten Apfelbäume Schwedens, der „Gubbäpplet“, dessen Wurzeln bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurückreichen. Der Name rührt daher, dass das Fruchtfleisch so weich war, dass selbst „alte Männer“ (gubbar) es kauen konnten. Das Areal umfasst prächtige Staudenrabatten und einen Küchengarten mit alten Kulturpflanzen, in dem Gemüse wie Kartoffeln, Karotten, Salat und Radieschen, Kräuter wie Petersilie und Thymian sowie Beeren wie Himbeeren, Rhabarber und Johannisbeeren angebaut werden. Auch Hopfen rankt sich dekorativ an Spalieren empor und trägt zum grünen Charakter bei.
Alles wird ehrenamtlich von der Gartengruppe gepflegt, einer Gruppe von etwa fünfzehn Personen aus dem Dorf, die sich während der Saison jeden Mittwoch treffen, um alle anfallenden Arbeiten zu erledigen. Das Gelände ist ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich und kann kostenlos besucht werden. Der Garten bietet einen friedvollen Kontrast zum Inneren des Hofes und ermöglicht es, die historische Umgebung zu genießen, den Blick über den Sundbornsån schweifen zu lassen und den über 300 Jahre alten Apfelbaum zu erleben – eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Gartens.